HTP, LTP, Strobes und Farben faden

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icke_siegen
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HTP, LTP, Strobes und Farben faden

Beitrag von icke_siegen »

Kleine Grundlagenlektion: HTP, LTP, faden von LTP-Attributen

In den Anfangszeiten der Beleuchtungssteuerung war alles ganz einfach: es gab praktisch nur Dimmer, es gab die klassischen 2-Preset-Pulte - und wenn ein Dimmer sowohl in dem einen wie auch in dem anderen Preset aktiv war, so galt: der höhere Wert gewinnt. War ein Dimmer also z.B. in dem einen Preset miz 85% und in dem anderen mit 75% aktiv, und waren - was so normalerweise nicht vorkam - beide Presets auf 100%, so wurde der Dimmer mit 85% reingefahren. Damit galt automatisch das Prinzip HTP: Highest Takes Precedence.

Spätestens mit Einführung der Movinglights erwies sich dieses Prinzip für andere Attribute als den Dimmer als unbrauchbar: etwa auf Pan/Tilt angesetzt, hieße das ja: solange z.B. ein Preset aktiv ist, das alle Lampen auf eine Position vorne links schickt, wären andere Presets, die die Lampe nicht so weit auslenken, wirkungslos. Also entstand das Prinzip LTP - Latest Takes Precedence: es wird der zuletzt aktive Wert gesendet - bis ein neuer Wert aktiv ist.

Diese beiden Grundprinzipien finden sich allenfalls mit marginalen Abwandlungen in praktisch allen Lichtkonsolen wieder. Bei Avolites sieht es so aus, dass Dimmer und Dimmerkanäle immer als HTP behandelt werden, alle anderen Attribute dagegen immer als LTP. Dabei werden LTP-Werte üblicherweise sofort geschickt
- sobald der entsprechende Fader über 0 bewegt wird, also aktiviert wird
- oder sobald eine entsprechende Schaltfläche aktiviert wird
- oder sobald in einer Cueliste ein Cue gestartet wird.

Ist dies geschehen, so werden die LTP-Werte gesendet, bis neue LTP-Werte aktiviert werden, also z.B. aus einem anderen Cue oder einer Palette. D.h. sie werden auch nach dem Deaktivieren des Cues weitergesendet - es sei denn, man hat für diesen Cue entsprechende Release-Einstellungen vorgenommen (das erklär ich ein andermal).

Schließlich lassen sich noch folgende Ausnahmen definieren:
- es lassen sich Fade- und Delay-Zeiten vergeben - für Paletten, für Cues, für Geräte/Lampen, für einzeolne Attribute
- es lassen sich Shapes, also Abläufe/Modulatoren erstellen
- man kann Fader so belegen, dass auch darauf gespeicherte LTP-Werte von der Faderstellung abhängig sind.

Letzteres ist genau die Lösung, um z.B. Farben oder Strobes zu faden (so kann man auch rudimentär Movinglights als Follow missbrauchen):
1. Geräte auswählen und den gewünschten Ziel-Wert einstellen (z.B. 100% rot, oder ganz schnelles Strobe)
2. als Cue auf einen Fader speichern (Record Mode Fixture/Speichermodus Gerät)
3. CLEAR
4. [Zeiten ändern/Edit Times]
5. den gerade programmierten Cue auswählen
6. jetzt die 5. Taste/Schaltfläche 2x betätigen - dann steht da sowas hier': Fade-Modus 2 LTP-Faderstellung

fademode2.png
fademode2.png (28.1 KiB) 2784 mal betrachtet

Damit faden auf diesem Fader auch LTP-Werte. Auch in diesem Fall ist in dem Cue nur ein Satz Werte gespeichert, in diesem Fall das Zeil, das bei 100% Faderstellung ausgegeben wird. Der 0-Wert lautet 'keine Veränderung', ist also der durch andere Cues/Paletten vorgegebene Wert. Wenn man dafür einen besonderen Start-Wert braucht, so muss man sich einen zweiten Cue mit den entsprechenden WErten bauen.
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